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U.S.S CV-59 Forrestal

Karges Leben unter Deck und gefährliches am Flugdeck

Für viele dieser Männer besteht ihre tägliche Routine in einem fast völlig unterirdischen Dasein, und es ist ihnen keineswegs neu, wochenlang so weiterzumachen, ohne das Tageslicht zu sehen oder Luft einzuatmen, die nicht vom Ölgeruch beeinträchtigt ist. Das einzige was sie erkennen können, ob es helles Tageslicht oder Dunkel ist, sind die vielen Fehrnsehkammeras an Bord. Die Übertragung ist lückenlos und rund um die Uhr und Live.
Ihre Arbeitswelt besteht aus Hitze und Lärm, und sie ist dazu noch höchst unbequem.
Doch diese Männer gehören zu den wichtigsten an Bord, denn ohne sie würde der Träger bald nur noch eine hilflose, verwundbare Hulk sein, nicht in der Lage, Ausweichmanöver zu fahren, sollte eine Bedrohung eintreten. Tief in den unteren Decks des Schiffes bereiten die Köche rund um die Uhr ca. 20.000 Mahlzeiten zu. In See müssen pro Woche fast 10.000 Brotlaibe gebacken werden, und an Frischmilch werden etwa 27.300 l verbraucht. Sogar noch außergewöhnlicher ist die Tatsache, daß pro Woche an die 45.500 l Kaffee getrunken werden – daraus könnte man vielleicht entschuldigend die Schlußfolgerung ziehen, daß dieses Getränk fast so wichtig ist wie das Heizöl, damit das riesige Kriegsschiff als Waffensystem leistungsfähig funktioniert. Unter anderem werden 10. 000 Eier zu Omelettes, Kuchen oder Brotteig verarbeitet. Eine Tonne Fleisch wird verbraucht. Der Kühlraum hat die Größe eines halben Fußballfeldes.
Ohne die ständige Versorgung eines Versorgungsschiffes wäre die FORRESTAL nach wenige Tage ohne Nahrungsmittel und nicht mehr einsatzfähig. Mehrmals wöchentlich mußte der Truppenversorger den Nachschub für die schwimmende Stadt bringen. Während der Fahrt und während des normalen Flugbetriebes geht das Schiff längsseits, und über Seile werden stundenlang Paletten von Bord zu Bord gehievt. Auf dem Achterdeck wurden in Minutenabstand von zwei CH-46 – Hubschrauber Lastcontainer abgesetzt.
Der interne Kerosinkraftstoff reicht für zwölf Tage ununterbrochenen Flugbetrieb aus.


An Deck lautet die erste Überlebensregel: weg von den Triebwerken! Jedes Jahr werden ein paar unaufmerksame Flugdeckmannschaft in eine der Turbinen gesaugt. Nach hinten entwickeln die Düsen genügend Hitze, um Eisen zu schmelzen. Auch sonst gehört die Arbeit auf dem Flugfeld zu den gefährlichsten Jobs der gesamten US- Streitkräfte. Wer von einer Böe über Bord geblasen wird, hat bei einem Sturz aus sieben Stockwerken Höhe auf der Wasseroberfläche schlechte Chancen. Und wenn eine Bremstrosse unter dem Ansturm eines landenden Düsenjägers reißt (es sind ca. 4 to. an Zugkraft dahinter),Peitscht sie mit einer Gewalt übers Deck, die ausreicht, einen Menschen in zwei Stücke zu teilen. „Sterben kann man hier jederzeit“ hieß es eine lakonische Parole an Bord. Die Insel, das ist der gewaltige, hohe Turm, der Kopf des Flugzeugträgers. Hier residierte neben dem Kapitän auch der „Airboss“. Von hier oben nimmt man erst die riesigen Abmessungen des Schiffes wahr.
In seinem Rumpf könnte man die Titanic unterbringen, (Titanic: 269 m lang und 28 m breit; Forrestal ist 47,7 m länger und 49 m breiter). Aus dem Fenster der Airboss-Etage konnte man auch einen Überblick über die Begleitschiffe haben. Zwar gibt es keine festgelegte Formation, da eine US-Navy-Trägerkampfgruppe nach den Erfordernissen der jeweiligen Mission zusammengestellt wird. Eine typische Schlachtformation besteht aber neben dem Flugzeugträger meist aus zwei Lenkwaffenkreuzern, einem Zerstörer und einem Lenkwaffenzerstörer, einer Fregatte, zwei U-Booten, einem Munitionsschiff, einem Tanker und einem Versorgungsschiff. Das Ganze repräsentiert einen Wert um die 20 Milliarden Dollar.
Von der obersten Etage des Turmes bis in die Tiefe des Schiffesrumpfes sind es siebzehn Stockwerke. Man schätzt, dass jedes Besatzungsmitglied nur wenige hundert andere vom Sehen kennt, der Rest bleibt anonym. Lediglich rund 200 Mann arbeiteten in zwei Schichten zu zwölf Stunden an Deck. Wer etwas suchte, dem hilft nur Durchfragen oder das Studieren der überall aufgehängten „Stadtpläne“: „You are here!“ steht da jeweils über einem dicken schwarzen Pfeil, der irgendeinem Punkt in diesem unübersichtlichen Gewirr von Gängen und Räumen zeigt. Kleiner Länder mit militärischem Etat und militärischer Erfahrung – Großbritannien, Frankreich, Deutschland – fehlen die Mittel, auch nur eine einzige vergleichbare Streitmacht aufzustellen. Nicht einmal Rußland mit seiner gigantischen, moribunden Marine kann mit der Macht der amerikanischen Trägerkampfgruppe mithalten.
Der Unterhalt von Flugzeugträger kostet pro Jahr und Schiff ca. 440 Mio. Dollar.
Fünfundfünfzig Prozent des Geldes, das jährlich von allen Ländern der Welt zusammengenommen für Verteidigungszwecke ausgegeben wird, wendet das Pentagon auf. Jeder Flugzeugträger besitzt eine riesige seefahrende Besatzung von 6000 Mann mit nahezu 600 Offizieren.