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CGN-39 Texas

Zuviel Schiff für zu wenig Waffen
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Modellgalerie

 

CGN-39 Texas

Zuviel Schiff für zu wenig Waffen

Ihre Aufgabe ist die Luftabwehr im Außenschirm eines schnellen Trägerverbandes, wobei sie den Atomantrieb für die Begleitung nuklear angetriebener Träger prädestiniert, womit die Vorteile dieser Antriebsart (nämlich hohe Marschgeschwindigkeit ohne nachzutanken) über fast beliebige lange Zeit halten zu können, für den ganzen Verband genützt werden können.
Charakteristisch für die CGN-38 - Klasse ist ihr schornsteinloses, bulliges Erscheinungsbild, das durch die beiden relativ kurzen und von einer pyramidenförmigen Mastkonstruktion gekrönten Deckshäuser bestimmt wird. Äußerlich sieht man auf dem Schiff relativ wenig Bewaffnung, was der Konstruktion auch die wohl unberechtigte Kritik von „zuviel Schiff für zu wenig Waffen“ eingetragen hat.

Die weitreichende Luftabwehr stützt sich, dem Einsatzzweck gerecht werdend, auf die beiden Doppelstarter Mk-26, von denen Standard - MR SM- Luftabwehrraketen (je nach Modell mit Reichweiten von 74 bis 167 km), aber auch Asroc - Raketen verschossen werden können. Die Lenkwaffen werden von einem jeweils unter dem Starter befindlichen, zweidimensional beweglichen, „ Bierkastenförmigen“ Magazin (mit vorne 24, hinten 44 Raketen) vom Starterboden her nachgeladen.Die Starterarme müssen dafür in senkrechte Position gebracht und der Starter in Längsachse ausgerichtet werden; vier Raketen pro Minute können so abgefeuert werden. Insgesamt bedeutet das eine totale Kapazität von nur 68 FK. Das übliche Mischungsverhältnis lautet 50 SAM, 16 ASROC und 2 Übungsraketen. Differenzierter ausgedrückt: 16 ASROC plus 8 SAM beim Modell 0 Starter (im Vorschiff) und 42 (plus 2) SAM beim Modell 1 Starter (im Achterschiff). Das bedeutet eine klare Dominanz der AAW- Kapazität im Achterschiff; auch die Beleuchter sind dort konzentriert. Vorhanden sind zwei SPG- 51 D Leitgeräte (im Rahmen einer FLA MK74; die CGN- 36 führt dagegen vier SPG- 51 D), das SPG- 60 Leitgerät, das auf den vorderen Aufbauten postiert ist, kann auch hier zusätzlich zur FK- Leitung herangezogen werden. Die Begründung für die starke Reduktion der Leitgeräte gegenüber der Vorgängerklasse dürfte zu einem wesentlichen Teil einer Geldfrage gewesen sein; die CGN- 38 - Klasse war ursprünglich zur Produktion möglichst großer Stückzahlen vorgesehen gewesen, die Finanzierbarkeit spielte dabei die Hauptrolle. Es wurde auch schon darauf hingewiesen, dass der Preis eines Schiffes von der Elektronik dominiert wird, nicht von der Größe. Es wäre sicher noch Platz für weitere Leitgeräte gewesen, aber die damit verbundenen Kosten sind erheblich.
Die CGN- 38 - Klasse war aus einer Konstruktion hervorgegangen, die ursprünglich aus Kostengründen sowieso nur eine Startanlage hätte haben sollen, die zweite Startanlage wurde durch den Verzicht auf einen eigenen ASROC Starter bzw. dessen Kombination mit „Standart“ MR FK vom Typ SM- 1 auf SM- 2 , die ja auch die Virginia - Klasse betrifft, wird dieses Problem allerdings etwas entschärft: die SM- 2 benötigen den Leitstrahl nur in der Endphase des Fluges; so kann die Zahl der pro Leitgeräte Auffassbahren Ziele erhöht werden. Der Seezielbekämpfung dient neben den Harpoon- Lenkwaffen (Reichweite 160 km), die vor der Brücke in zwei Vierfach - Startern MK- 141 aufgestellt sind, zwei vollautomatische 12,7 cm / L 54 Kanonen in Leichtgewicht - Einzeltürmen MK- 45 (Reichweite 15 sm / 24 km). Die Schiffe verwenden die moderne FLA MK- 116 Modell 1 zur U- Abwehr. ASROC wird über MK 26 Modell 0 verfeuert. Zwei Drillingssätze MK 32 für Torpedos des Kalibers 32,4 cm finden sich wieder in offener, schwenkbarer Aufstellung an Deck etwa in Höhe der achtern SPK-51 - Geräte. (Es werden angeblich 14 Torpedos mitgeführt.) Als Sonar wurde das Modell SQS- 53 A Installiert (am Bug).
Eigentlich hätte die Unterbringungsmöglichkeit für einen Helikopter die U- Abwehr - Kapazität beträchtlich erhöhen sollen.
Die Virginia - Klasse hat nicht nur eine Hubschrauber - Landefläche, sondern auch einen Hangar, allerdings in einer sehr eigenwilligen Form: Der Helikopter ist dabei per Aufzug versenkbar, eine Art Mini - McGregorluke verschließt das Deck wieder. Die CGN- 35, die einzige Klasse von Atom - Kreuzern, die zur permanenten Aufnahme von Helikopter ausgerüstet war .
Das Hangarsystem von CGN- 38 bewährte sich in keiner Weise. Konnte man ursprünglich annehmen, dass das fast ständige Fehlen eines Helikopters an Bord der Schiffe auf die schwere Hubschrauberknappheit der Navy Ende der siebziger Jahre bzw. Anfang der achtziger Jahre zurückzuführen sei, stellte sich bald heraus, dass das Problem im Hangarsystem selbst liegt, das sich in der Praxis einfach als ungeeignet erwies. Der Hangar wurde nachfolgend zweckentfremdet verwendet, ein Helikopter war fast nie an Bord. Schon in den späten siebziger Jahren zeichnete sich auch ab, dass die Virginia - Klasse nicht auf das LAMPS III System nachgerüstet werden würde. Mit der Ausrüstung durch „Tomahawk“ ABL wird die Hubschrauberkapazität nun ganz verloren gehen. Der Verlust der Hangarkapazität ist ohnehin nur noch Formsache, jedoch besteht nun auch keine Landemöglichkeit mehr für Hubschrauber. Erhalten bleibt nur noch die VERTREP - Fähigkeit (Vertical Replenishment).
Angeblich war die Arbeit im Zusammenhang mit dem Hangar zudem bei der Besatzung äußerst unbeliebt. Zur letztmöglichen Nahabwehr von gegnerischen Lenkwaffen , die bereits alle übrigen , äußeren Barrieren überwunden haben , verwendet man schließlich noch ein Sperrfeuer mit 20 mm Hartkerngeschossen, die vollautomatisch mit einer Rate von etwa 50 Schuss / Sekunde von zwei , beidseits des vorderen Deckshaus aufgestellten Phalanx - Gatlingkanonen Mk- 15 verschossen werden können . Zwei gepanzerte Vierfachstarter Mk- 143 für Tomahawk - Marschflugkörper ersetzt (Reichweite 1200 km), die den Schiffen neben den beiden 12,7 cm Einzeltürmen jetzt auch noch eine effektive, weitreichende Angriffskapazität gegen Landziele verleihen. So wurde von VIRGINIA und MISSISSIPPI während „Dessert Storm“ einige Tomahawk gegen Irak abgefeuert. Was auf früheren Kriegsschiffen die Kaliber waren, ist auf den modernen Einheiten die Elektronik. Die auch einen erheblichen Teil der schiffinternen Maschinen - PS beansprucht. Auf den Virginias sind alle Systeme zu finden, die auf modernen amerikanischen Einheiten üblich sind. Das Spektrum reicht von der Luftraumüberwachung mit großen Radargeräten über Feuerleitanlagen für Kanonen und Lenkwaffen bis zu den verschiedenen Sensoren zur elektronischen Erfassung oder Verwirrung der gegnerischen Aufklärung. Die zweischraubige Antriebsanlage stützt sich auf zwei Getriebe - Dampfturbinen von insgesamt 70 000 PS, die ihren Dampf von zwei General Electric Druckwasserreaktoren D2G beziehen. Damit erreicht TEXAS eine maximale Geschwindigkeit von über 30 kn. Bei normalem Betriebszyklus reicht eine Brennstoffladung Hochangereicherten Urans für 15 bis 20 Jahre, die Fahrstrecke „pro Tankfüllung“ ist also nahezu unbegrenzt, worin neben dem gegenüber konventionellen Antriebsanlagen geringeren Gesamtvolumen (Wegfall der Bunkertanks) und der Abgasfreiheit (Infrarotdetektion) der Vorteil dieser Antriebsart liegt; ihr Nachteil ist vor allem im sehr höheren Preis und in mit der Atomkraft verbundenen politischen Problemen zu sehen (Fahr- und Hafenerlaubnis in nicht US- amerikanischen Hoheitsgewässern).
Die Besatzung besteht im Normalfall aus 48 Offizieren und 533 Mannschaftsgraden, die auf einen den Schiffen nachgerühmte, großzügige Unterbringung zählen können. Drei der vier CGN dieser Klasse wurden bereits außer Dienst gestellt, so Texas Mitte 1993, Virginia Anfang 1994 und Mississippi Mitte 1996. Arkansas erfährt noch eine Gnadenfrist, bis ihre Uranladungen etwa 1997 aufgebraucht sein werden.

Um einen Teil der Entsorgung einzufahren, ging die Navy einen interessanten Weg: Die von jeglichen Aufbauten befreiten Schiffskörper wurden noch nicht verschrottet, sondern sie sind als Kraftwerke weiter tätig, so Texas und Virginia in Bremerton.
Alle vier CGN durchliefen die sehr teuren NTU- Kampfwertsteigerung (NTU = New Threat Upgrade) noch vor einigen Jahren .Dies war verbunden mit der Umrüstung von Standard - FK SM-1 auf SM- 2 sowie mit dem Einbau verbesserter Radaranlagen und anderer elektronischer Installationen.