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CG-49 Vincennes

Tragisches Ereignis
Galerie Ticonderoga
Modell 1:350
Modellgalerie

U.S.S. CG-49 Vincennes

Tragisches Ereignis am 3. Juli 1988

Am 3. Juli 1988 wurde eine iranische Airbus A300 über der Strasse von Hormuz von der VINCENNES abgeschossen. Damit ereichte die VINCENNES eine traurige Berühmtheit.

Um die Sicherheit ihrer Öllieferungen zu gewährleisten, hatte die Navy 1988 Teile der 5. US- Flotte in den Persischen Golf verlegt. Beide Kontrahenten im irakisch-iranischen Krieg waren dazu übergegangen, Handelschiffe der jeweils anderen Seite anzugreifen, um den Nachschub des Gegners zu beeinträchtigen. In dieser Situation befand sich die 5. US-Flotte zwischen allen Fronten, so kamen z.B. 37 Amerikaner beim angeblich versehentlichen Angriff einer irakischen Mirage auf der USS Stark ums Leben.

Iran Air Airbus A 300

Die VINCENNES war zum Zeitpunkt des Abschusses in einen heftigen Kampf mit iranischen Kanonenbooten verwickelt und hielt sich in iranischen Hoheitsgewässern auf. Unter diesen Umständen musste jederzeit mit einem Luftangriff gerechnet werden, was die Crew der VINCENNES zusätzlich unter Druck setzte. Iran Air 655 war von Bander Abbas an der iranischen Küste nach Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs und wurde vom Aegis-Kampfsystem der VINCENNES fälschlicherweise als F-14 Tomcat identifiziert. Diesen Flugzeugtyp hatten die Amerikaner kurz vor Ausbruch der Revolution im Iran nach dorthin exportiert. Zehn Warnungen wurden auf verschiedenen Frequenzen an das Flugzeug gesendet, aber Iran Air 655 antwortet nicht. Nachdem das Flugzeug dann laut dem Aegis-System schnell tiefer und auf Abfangkurs ging, entschied Captain Rodgers, zwei Boden-Luft-Raketen auf das Flugzeug, aber da war es bereits zu spät. Die Wirkung der Waffen auf ein ziviles Flugzeug war katastrophal. Der Airbus A300 wurde in der Luft regelrecht zerfetzt, die Trümmer verteilten sich über einem Gebiet von mehreren Quadratkilometern in iranischen Gewässern.
Alle 278 Passagiere und die 12 Besatzungsmitglieder fanden den Tod.

Bei der Untersuchung des Unfalls kam heraus, dass drei Faktoren als Ursache für das schreckliche Unglück angesehen werden mussten:

1. Das Aegis-System der VINCENNES arbeitete fehlerhaft
2. Falsche nachrichtendienstliche Informationen
3. Der zumindest fragwürdige Entscheidungsfindungsprozess auf der Kommando-Brücke  der VINCENNES

Bander Abbas war damals ein sowohl militärisch als auch zivil genutzter Flughafen, und tatsächlich waren dort kurz nacheinander Iran Air 655 und eine iranische Tomcat aufgestiegen, deren Transponder-Signale vom Nachrichtendienst verwechselt worden waren. Militärische Flugzeuge senden entweder gar keins oder ein sog. Modus-2-Transpondersignal, wohingegen Zivilmaschinen grundsätzlich im Modus 3 senden, wie es auch Iran Air 655 tat. Das Aegis-System der VINCENNES zog diesen Unterschied jedoch nicht in Betracht. und hielt das Flugzeug trotzdem für militärisch. Dazu kam noch, dass das System das Flugzeug als schnell tiefer gehend meldete, wohingegen der Flugschreiber des Airbus A300 eindeutig zeigte, dass der Jet die ganze Zeit über im Steigflug war.

Als einziger Exportkunde kaufte der Iran einige Tomcats. Die letzte bestellte Maschine wurde nicht dorthin ausgeliefert, da zwischenzeitlich im Iran die Revolution ausgebrochen war. Auf amerikanischer Seite führte diese Entwicklung zu hektischer Betriebsamkeit, da nun dem Feind eines der damals modernsten US-Kampfflugzeuge in die Hände gefallen war. In aller Eile erhielten damals alle amerikanischen Tomcats eine neue Software für das Feuerleitradar, um die iranischen Kenntnisse über das System wenigstens zum Teil wertlos zu machen. Abgesehen von einigen Manöver-Einsätzen Ende der 1980er Jahre mussten die iranischen Tomcats auf Grund von Ersatzteilmangel die meiste Zeit am Boden bleiben. Man geht davon aus, dass heute nur noch wenige einsatzfähig wären.