Baubericht U.S.S CV-59 Forrestal 1:200

Zum Bau des Flugzeugträgermodells im Maßstab 1:200

Das Modell wurde im Maßstab 1: 200 gebaut. Einen ausführlichen Bericht über Spantenbauweise brauche ich nichts darüber zu schreiben, weil jeder Schiffsmodellbauer darüber Bescheid weiß. Jedenfalls, habe ich mir nie Erträumt, dass dieses Träger-Modell, mir all die Jahre Bauschwierigkeiten bereitete. Es fing an mit dem Bauplan, uralt und total überholungsbedürftig von dem Aussehen des Originals.
Tja, damals war halt alles Geheim nach dem II. WK. Und der wo diesen Plan gezeichnet hat, wird wohl ein Fernglas und Pi mal Daumen benutzt haben?
Ich wollte die FORRESTAL im letzten Baustadium bauen, also in den 90er Jahren. Oh Gott, was musste ich für Unterlagen besorgen, Bücher von Terzibaschitsch und im Internet. Das Modell im Maßstab 1:542 diente als Vorlage.
Das Vorlagemodell half mir sehr, besonders im Rumpfbereich. Ich verglich den Plastik-Rumpf mit dem Bauplan, und was für einen Unterschied, wie Tag und Nacht. Jedenfalls konnte ich die Spanten vom Bauplan nicht verwenden. Das Modell musste dafür herhalten, was für eine Arbeit. Als die kleinen Spantenschablonen fertig waren, wurden sie anschließend Eingescannt und am Computer in die richtige Größe erstellt.

Links und in der Mitte des Bildes, die Schablonen und
die Einzeichnung am Schiffsrumpfes am Vorlagemodell.

Hier ein paar Anbauteile, von dem Vorlagemodell,
wo neu am PC erstellt werden musste.

Alle Teile von diesem Vorlagemodell musste ausgemessen werden und danach im Computer neu gezeichnet werden im Maßstab 1:200. Jetzt werdet ihr wohl denken, ich wäre im Beruf ein Zeichenkonstrukteur, weit verfehlt, ich bin ein einfacher Arbeiter an einer Maschine, nur so nebenbei erwähnt.
Ich habe auf einer CD ein CAD-Zeichenprogramm für 30 Tage kostenlos zu Probe. Da habe ich all die Zeichnungen erstellt.
(Nach 30 Tagen ging nichts mehr und musste Deinstalliert werden, und danach wieder neu installiert werden.) Diese Zeichnerei-Arbeit, hat mich ein Jahr beschäftigt. Natürlich saß ich nicht Tag und Nacht am Computer, aber etliche Stunden war es schon. Unter anderem wurden viele Fotos von der FORRESTAL gesucht.

Während  des Baus eines Schiffsmodells ist die fototechnische Dokumentation der einzelnen Bauabschnitte sehr wichtig, selbst wenn man im Augenblick noch nicht vorhat, später mal Bilder und Texte ins Internet zu stellen. Die oben gezeigten Bilder sind qualitativ nicht sehr hochwertig, da ich zur damaligen Zeit noch keine Digitalkamera besaß  und mein Rechner noch nicht über ein leistungsfähiges Bildbearbeitungsprogramm verfügte.
Wie auf den Bildern zu sehen, ist der Bau des Rumpfes bereits ziemlich fortgeschritten. Nach der Beplankung wurde die Oberfläche durch fortwährendes Spachteln und Schleifen langsam in die „entsprechende“ Form gebracht. Der hierfür notwendige Zeitaufwand zahlt sich immer aus. Es gibt im Modellbau nichts Schlimmeres als  ein Rumpf mit Beulen und Unebenheiten!
Danach habe ich über den gesamten Rumpf einen feinen Seidenstrumpf stramm gezogen und am Heckspiegel verknotet, anschließend dann den gesamten Rumpf zweimal mit Epoxydharz  eingelassen. Sehr wichtig ist jetzt, das ganze vollständig trocknen zu lassen. Anschließend wurde an den Hangaröffnungen mit einem scharfen Messer der Strumpf entfernt. Das Aufbringen des Epoxydharzes konnte an den Hangaröffnungen weggelassen werden, lediglich war auf ein „sattes“ Auftragen an den Kanten der Hangaröffnungen zu achten.
Nach vollständiger Trocknung konnte der Strumpfknoten im Heckbereich entfernt werden. Unbehandelte Bereiche wurden hier mit Stücken des Seidenstrumpfes und Epoxydharz  verschlossen.
Danach wurde diese „Strumpfoberfläche“ noch mehrfach gespachtelt und geschliffen und anschließend grundiert. Auch diese Grundierung wurde nach der Trocknung sauber verschliffen. Jetzt zeigte sich erst, dass sich der enorme Zeitaufwand am Rumpf gelohnt hatte.
Die Schwalbennester, Flugdeckaufzuge, das Flugdeck selbst, und die Insel wurden bei mühenvoller Arbeit erstellt. Bilder, Fotos, und das Revell-Modell mussten dafür herhalten. Man kann es gar nicht glauben, dass ein Flugzeugträger am Rumpfseiten und Flugdeckunterseite so viele Teile hat, die beachtet werden sollten. Stützverstrebungen in verschiedene Größen, Leitungen aller Art, Türen, usw. Diese Arbeit dauerte allein schon an die zwei Jahre. Die sämtlichen Schwalbennester am Rumpfseite und Anbauteile musste neu gezeichnet werden. Herhalten musste wie immer die Fotos, Bücher und das Revell-Modell. Manchmal musste ich aufgeben und Kompromisse schließen, auch wenn es mir schwer viel.

Mit einer Anzeichnungshilfe aus eigener Produktion wurde der untere Schiffsteil markiert, hierbei wurde der schwarze Wasserpass gleich mit eingezeichnet. Danach wurde die obere Hälfte des Modells abgedeckt. Es folgte die Lackierung des Unterwasserteils des Rumpfes mit der Farbe RAL 3003

in seidenmatt. Nach ausreichender Trocknung habe ich den Wasserpass in schwarz mit der Airbrushpistole  aufgebracht.
Größte Aufmerksamkeit sollte bei diesen Lackierarbeiten dem einwandfreien Abkleben entgegengebracht werden. Jede „Schummelei“ hierbei bleibt ewig sichtbar!
Die Farbe für den oberen Rumpfbereich hat mir ein Fachhandelsgeschäft extra gemischt. Hierbei habe ich mich von eigenen Recherchen im Internet leiten lassen. Ein „Dunstgrau“ kommt der Farbgebung bei den Schiffseinheiten der US-Navy sehr nahe.
Für ein weiteres Modell wäre es angebracht, die genaue RAL- bzw. FS-Nr. in Erfahrung zu  bringen.

Hinweis: Für den Überwasserteil verwendete ich RAL 7040

Hier das Ergebnis nach der Lackierung


Das Flugdeck

Die Zeichnung aus dem Buch im Maßstab 1:2000

Das Flugdeck musste neu erstellt werden. Dafür nahm ich das Buch „Seemacht USA“ Band 1 von Stefan Terzibaschitsch zur Hand. Eine Zeichnung im Maßstab 1:2000 war abgebildet. Eine Umrechnung und neu Zeichnen stand wohl vor der Tür. Drei Monate brauchte ich dafür, damit die Zeichnung im Maßstab 1:200 stimmte. Eine Pappschablone mit dem Flugdeckumriss wurde erstellt. Danach besorgte ich mir 2 mm starkes Birkensperrholz mit den Maßen 1,25 m x 0,62 m. Die Flugdeckumrisse wurden eingezeichnet und mit der Proxxonsäge ausgesägt. Die Kannten verschliffen. Das Flugdeck wurde zur probe an den Schiffsrumpf angebracht, alles OK.
Jetzt konnten die Serviceöffnungen eingezeichnet und anschließend ausgesägt werden. Danach wurde das Flugdeck an den Schiffsrumpf angeklebt mit Wasserfestem Holzleim.
Eine mehrmalige sehr gute Grundierung aus 50% verdünntem Bootslack gibt das Deck die nötige Feuchtigkeitssperre. Das Deck wurde nach sehr guter Trocknung mit einem feinen Schleifpapier verschliffen.
Danach wurden die Seiten mit Papier abgeklebt.

Hinweis: Ich nehme immer das Abdeckpapier von der Tageszeitung, womit die Tageszeitung gegen Nässe verpackt wird. Dieses Abdeckpapier ist ohne Druckerschwärze und ist bei der Tageszeitung Abfall und eignetes sich sehr gut als Lackierabdeck-Hilfe!

Als alles sehr sauber Abgedeckt wurde, wurde das Flugdeck mit Grundierfarbe satt Gespritzt. Ich verwendete dafür Rostgrund als Grundierung für außen und innen. Rostgrund hat die Eigenschaft die Feuchtigkeit herauszulassen und es kann kein Wasser eindringen. Nach zwei Stunden war die Grundierung soweit Abgetrocknet, dass man das Abdeckpapier entfernen konnte. Am Wochenende wurde das Flugdeck nochmals Verschliffen mit einem feinen Schleifpapier. Anschließend wurde der feine Staub mit dem Staubsauger feinsäuberlich abgesaugt. Danach nahm ich ein 30 cm breites Maskier-Klebeband von Tesa. Dieses Abdeckklebeband ist sehr dünn und wird in der Autolackiererei benutzt, als Schriftzug oder Design am Auto.
Das Klebeband wurde in der Länge nach auf das Flugdeck, Blasenfrei festgeklebt.

Die Lackierfolie ist Blasenfrei angebracht. Sämtliche Markierungen eingezeichnet.

Jetzt ging es darum, dass ich alles einzeichnen musste. Sämtliche Markierungen wurden eingezeichnet. Eine Große Hilfe waren die Bücher und das Tamiya Modell „Enterprise“ im Maßstab 1:350. Dort konnte ich die jeweiligen Deckmarkierungen abmessen und umrechnen für meinem Maßstab. Als ich fertig war, waren 3 Tage vergangen mit je 6 Std. Arbeit. Jetzt Zeichnete ich ein Raster von 1 x 1 Zentimeter auf das Flugdeck. Mit dem Bleistift wird in dem Kreuzmuster je einen Punkt angebracht als kleine Markierungshilfe. Anschließend nahm ich den Proxxonhandbohrer und steckte einen kleinen Fräser darauf. Ich Fräste kleine Vertiefungen.

Das Raster 1×1 cm ist eingezeichnet. Markierungen ausgeschnitten und zur Lackierung vorbereitet

Mit einem sehr scharfen Skalpell wurden die Markierungen ausgeschnitten. Es musste darauf geachtet werden, das man nicht zu tief Schnitt. Ich horchte immer auf ein bestimmtes Geräusch das mir sagt, dass ich sauber durchgeschnitten habe und nicht zu tief in das Holz. Danach entfernte ich die Teile, die Lackiert werden sollten. Für diese Arbeit benötige ich wieder 3 Tage. Als ich damit fertig war, konnte ich am nächsten Wachende die Lackierung vorbereiten.

Abdeckarbeit für das Flugdeck

Das Flugdeck wurde mit Anthrazit RAL 7016 Seidenmatt Lackiert

Hinweis: Die Klebekanten wurde mit der Spritzpistole leicht angenebelt, damit die Farbe nicht beim Lackieren unter die Klebgekannte fließt.
Danach ließ ich erst einmal die Farbe an der Kannte antrocknen und ich gönnte mir eine Tasse Kaffee. Beim anschließenden Farbauftrag achtete ich darauf, dass ich nicht zu viel Farbe auftrage, nur soviel, das ich mit mehreren Kreuzgängen Spritzte. Nach dem Lackieren wurden die Klebekanten sehr vorsichtig entfernt.

Das Flugdeck mit neuer Farbe

Nun ließ ich die Farbe eine Woche gut austrocknen, bevor ich mit der nächsten Arbeit beginne. Diesmal nahm ich mir die Deckshalterung vor. Also, die vielen kleine Vertiefungen die ich mit dem kleinen Fräser gefräst hatte. Ich benutzte die Revellfarbe Seitenmatt mit der Nummer 371. Einen kleinen spitzen Pinsel wird dafür verwendet. Ich füllte die 700 Stück Punkte mit je einem tropfen Farbe aus. In zwei Tage war ich fertig mit je 6 Stunden Arbeitszeit. Im laufe der zwei Monate Juli und August wurden nach und nach die Flugdeckmarkierungen ausgemalt mit dem Pinsel.

Abklebearbeit mit anschließendem ausmalen mit gelber und rote Farbe. Mitte und rechts im Bild, das Ergebnis. Gut zu erkennen, die kleinen ausgemalten Punkte.


 

Bau eines Landeanflugspiegel

Nach längerer Bastelpause, wir hatten eine große Modellbauausstellung hinter uns gebracht, fing ich mit einem neuen Projekt an, die ich immer wieder verschoben habe, den „Landeanflugspiegel“ für die Forrestal. Der Gedanke war, diesen Landespiegel mit farbigen Lichtern zu versehen. Das heißt, mit verschiedenen Lichteffekten, wie beim Original. Nach Monaten Grübeln, Zeichnen und konstruieren kam ich zu dem Ergebnis, das es im Maßstab 1:200 nicht möglich ist, ein genaues funktionierendes Modell zu erstellen war. An meinem PC-Tisch lagen etliche Musterzeichnungen und ausgesägten Grundmodellen. Aber alle waren für diesen kleinen Maßstab zu groß geraden. Ich musste den Landespiegel mit den sehr kleinen Miniaturlämpchen anpassen. Daher ist der Landespiegel zu groß geraden. Also, suchte ich in der Grübelkiste in meinem Kopf nach einer besseren Lösung. Zur Hilfe nahm ich immer wieder die Original Bilder und das Modell der Big E im Maßstab 1:350 zur Hand. Eines Tages kam meine Tochter zu mir, mit einer bitte um Hilfe für die Schule. Sie hielt kleine Katzenaugen von 2 mm Ø in der Hand. Da waren sie, genau die habe ich gesucht. Man kann die 2 mm kleine Dinger im gut sortierten Bastelgeschäft kaufen. Mit Mach 3 ging es zum Bastelgeschäft. Es wurden blaue und rote gekauft. Am nächsten Wochenende wurde der Landespiegel am PC neu erstellt und am Basteltisch gebaut. Abweichungen vom Original zum Modell, um ein bis zwei Millimeter.
Dies ist ein Kompromiss den man gut ertragen kann, als Schiffsmodellbauer.
Ich habe das Zeichen – Ergebnis, unten als pdf, erstellt.
Die Modellbilder dazu, glaube ich, sagen alles aus, oder??
Die Stützverstrebungen wurden aus 1 mm und 0,5 mm Messingdraht, nach Originalbildern, erstellt.
Und wieder ist ein kleines Stück an dem Forrestalmodell fertig geworden.

 

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