Baubericht CGN-39 Texas in 1:200

CGN-39 Texas

Vom Original zum Modell 1:200

Das zweite Schiff der Virginia – Klasse, USS TEXAS, wurde mit FY 71 (Fiscal Year / Haushaltsjahr; nicht identisch mit dem Kalenderjahr) autorisiert, es lief am 9. August 1975 in Newport, Va., vom Stapel; Taufpatin war hier die Frau des Gouverneurs von Texas, Mrs. Briscoe. Captain Peter B. Fiedler stellte das Schiff am 10. September 1977 in Dienst, fast genau ein Jahr nach dem Typschiff. CGN- 39 Texas wurden in Norfolk, Va. stationiert. Es schlossen sich die üblichen Einfahrprobefahrten an, ein neunwöchiger Test der Waffensysteme, und im November ging das Schiff dann in die Karibik; es besuchte u. a. Castros Zuckerinsel (Guantanamo).
Das erste Drittel 1978 war wieder mit Übungen an Waffen und Antriebsanlagen ausgefüllt. Von März bis Ende Juli 1978 fand der
„post shakedown repair“ statt, ausgeführt von Newport News SB. – Es folgten dann erneut lokale Fahrten an der amerikanischen Ostküste und in die Karibik, u. a. Scharfschießen im Raum Puerto Rico (Roosevelt Roads).

Erst im Herbst 1979 begann CGN- 39 Texas den ersten Mittelmeer – Einsatz, und zwar im Rahmen jenes berühmten Kampfverbandes um CVN- 68 Nimitz, CGN- 36 California, CGN- 39 Texas, der im Zuge der Iran – Krise ins Arabische Meer abberufen wurde und maßgeblich an der gescheiterten Befreiungsaktion für die US- Botschaftsgeiseln beteiligt war.

Über Gibraltar und das Kap der Guten Hoffnung laufend, traf der Verband nach 18 Tagen Fahrt mit ca. 27 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit am Einsatzort im Arabischen Meer an.
So erfolgreich der nukleare Kampfverband seine Fähigkeit demonstriert hatte, Versorgungsunabhängig über große Entfernungen zu verlegen, ein so voller Mißerfolg wurde der militärische Einsatz.

In der Nacht vom 24. auf 25. April 1980 versuchten vom Flugzeugträger USS CVN- 68 Nimitz gestarteten Helikopter die in Teheran festgehaltenen US- Geiseln zu befreien, eine Aktion, die weltweit größtes Aufsehen erregte, jedoch gänzlich fehlschlug. Der Verband befand sich während der Operation im Golf von Oman. Präsident Carter, der stets so stolz darauf gewesen war, daß in seiner Amtszeit noch kein US-Soldat im Kampf gefallen war, hatte nach der militärischen Blamage, verbunden mit dem Tod von acht US- Soldaten, endgültig seine Chancen für eine Wiederwahl verspielt.

Nach etwa fünfmonatigem Einsatz verließen die drei nuklearen Schiffe (CVN- 68 Nimitz, CGN- 36 California, CGN- 39 Texas) den Indischen Ozean. Sie wurden von einer Träger – Kampfgruppe abgelöst. Als die Kampfgruppe der drei nuklearen Schiffe im Mai 1980 nach neunmonatigem gemeinsamen Einsatz (mit Ca. 80 000 Meilen Fahrstrecke / 128 720 km) in der Norfolk Naval Base eintraf, bereiteten ihr 30 000 Familienangehörige einen triumphalen Empfang. Mit dem Zugang von Flugzeugträger CVN- 70 Carl Vinson zur Flotte wurde auch die Verlegung von Texas in den Pazifik beschlossen. CGN- 39 Texas operierte mit CVN- 70 Carl Vinson im Frühjahr 1983 im Mittelmeer; dabei wurde u. a. gemeinsam Monaco besucht Anschließend ging der Verband in den Indischen Ozean und verlegte weiter in den Pazifik .
CGN- 39 wurde am 11. Juni 1983 der Pazifikflotte zugeteilt, seither war das Schiff in San Diego, Cal., stationiert.
Seit Herbst 1985 ist Texas in den amtlichen Dislozierungslisten (U.S. Naval Ship Battle Forces) mit Heimathafen Bremerton, Wa., ausgewiesen. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, daß sich CGN- 39 z. Z. in der dortigen Puget Sound NSY aufhält und einem Umbau (wohl im Rahmen von WIP) unterzogen wird, was auch zeitlich voll stimmen kann, wenn man die bekannten Daten zum Schwesterschiff Virginia vergleicht. Neben der Installierung von „Tomahawk“ ABL und „Phalanx“ CIWS ist auch mit der Erneuerung der Brennstäbe zu rechnen.
Kommandant des Schiffes (Stand 1985) ist Captain George M. Miller.

 


Zuviel Schiff für zu wenig Waffen

Ihre Aufgabe ist die Luftabwehr im Außenschirm eines schnellen Trägerverbandes, wobei sie den Atomantrieb für die Begleitung nuklear angetriebener Träger prädestiniert, womit die Vorteile dieser Antriebsart (nämlich hohe Marschgeschwindigkeit ohne nachzutanken) über fast beliebige lange Zeit halten zu können, für den ganzen Verband genützt werden können.
Charakteristisch für die CGN-38 – Klasse ist ihr schornsteinloses, bulliges Erscheinungsbild, das durch die beiden relativ kurzen und von einer pyramidenförmigen Mastkonstruktion gekrönten Deckshäuser bestimmt wird. Äußerlich sieht man auf dem Schiff relativ wenig Bewaffnung, was der Konstruktion auch die wohl unberechtigte Kritik von „zuviel Schiff für zu wenig Waffen“ eingetragen hat.

Die weitreichende Luftabwehr stützt sich, dem Einsatzzweck gerecht werdend, auf die beiden Doppelstarter Mk-26, von denen Standard – MR SM- Luftabwehrraketen (je nach Modell mit Reichweiten von 74 bis 167 km), aber auch Asroc – Raketen verschossen werden können. Die Lenkwaffen werden von einem jeweils unter dem Starter befindlichen, zweidimensional beweglichen, „ Bierkastenförmigen“ Magazin (mit vorne 24, hinten 44 Raketen) vom Starterboden her nachgeladen.
Die Starterarme müssen dafür in senkrechte Position gebracht und der Starter in Längsachse ausgerichtet werden; vier Raketen pro Minute können so abgefeuert werden. Insgesamt bedeutet das eine totale Kapazität von nur 68 FK. Das übliche Mischungsverhältnis lautet 50 SAM, 16 ASROC und 2 Übungsraketen. Differenzierter ausgedrückt: 16 ASROC plus 8 SAM beim Modell 0 Starter (im Vorschiff) und 42 (plus 2) SAM beim Modell 1 Starter (im Achterschiff). Das bedeutet eine klare Dominanz der AAW- Kapazität im Achterschiff; auch die Beleuchter sind dort konzentriert. Vorhanden sind zwei SPG- 51 D Leitgeräte (im Rahmen einer FLA MK74; die CGN- 36 führt dagegen vier SPG- 51 D), das SPG- 60 Leitgerät, das auf den vorderen Aufbauten postiert ist, kann auch hier zusätzlich zur FK- Leitung herangezogen werden. Die Begründung für die starke Reduktion der Leitgeräte gegenüber der Vorgängerklasse dürfte zu einem wesentlichen Teil einer Geldfrage gewesen sein; die CGN- 38 – Klasse war ursprünglich zur Produktion möglichst großer Stückzahlen vorgesehen gewesen, die Finanzierbarkeit spielte dabei die Hauptrolle. Es wurde auch schon darauf hingewiesen, dass der Preis eines Schiffes von der Elektronik dominiert wird, nicht von der Größe. Es wäre sicher noch Platz für weitere Leitgeräte gewesen, aber die damit verbundenen Kosten sind erheblich.
Die CGN- 38 – Klasse war aus einer Konstruktion hervorgegangen, die ursprünglich aus Kostengründen sowieso nur eine Startanlage hätte haben sollen, die zweite Startanlage wurde durch den Verzicht auf einen eigenen ASROC Starter bzw. dessen Kombination mit „Standart“ MR FK vom Typ SM- 1 auf SM- 2 , die ja auch die Virginia – Klasse betrifft, wird dieses Problem allerdings etwas entschärft: die SM- 2 benötigen den Leitstrahl nur in der Endphase des Fluges; so kann die Zahl der pro Leitgeräte Auffassbahren Ziele erhöht werden. Der Seezielbekämpfung dient neben den Harpoon- Lenkwaffen (Reichweite 160 km), die vor der Brücke in zwei Vierfach – Startern MK- 141 aufgestellt sind, zwei

vollautomatische 12,7 cm / L 54 Kanonen in Leichtgewicht – Einzeltürmen MK- 45 (Reichweite 15 sm / 24 km). Die Schiffe verwenden die moderne FLA MK- 116 Modell 1 zur U- Abwehr. ASROC wird über MK 26 Modell 0 verfeuert. Zwei Drillingssätze MK 32 für Torpedos des Kalibers 32,4 cm finden sich wieder in offener, schwenkbarer Aufstellung an Deck etwa in Höhe der achtern SPK-51 – Geräte. (Es werden angeblich 14 Torpedos mitgeführt.) Als Sonar wurde das Modell SQS- 53 A Installiert (am Bug).
Eigentlich hätte die Unterbringungsmöglichkeit für einen Helikopter die U- Abwehr – Kapazität beträchtlich erhöhen sollen.
Die Virginia – Klasse hat nicht nur eine Hubschrauber – Landefläche, sondern auch einen Hangar, allerdings in einer sehr eigenwilligen Form: Der Helikopter ist dabei per Aufzug versenkbar, eine Art Mini – McGregorluke verschließt das Deck wieder. Die CGN- 35, die einzige Klasse von Atom – Kreuzern, die zur permanenten Aufnahme von Helikopter ausgerüstet war .
Das Hangarsystem von CGN- 38 bewährte sich in keiner Weise. Konnte man ursprünglich annehmen, dass das fast ständige Fehlen eines Helikopters an Bord der Schiffe auf die schwere Hubschrauberknappheit der Navy Ende der siebziger Jahre bzw. Anfang der achtziger Jahre zurückzuführen sei, stellte sich bald heraus, dass das Problem im Hangarsystem selbst liegt, das sich in der Praxis einfach als ungeeignet erwies. Der Hangar wurde nachfolgend zweckentfremdet verwendet, ein Helikopter war fast nie an Bord. Schon in den späten siebziger Jahren zeichnete sich auch ab, dass die Virginia – Klasse nicht auf das LAMPS III System nachgerüstet werden würde. Mit der Ausrüstung durch „Tomahawk“ ABL wird die Hubschrauberkapazität nun ganz verloren gehen. Der Verlust der Hangarkapazität ist ohnehin nur noch Formsache, jedoch besteht nun auch keine Landemöglichkeit mehr für Hubschrauber. Erhalten bleibt nur noch die VERTREP – Fähigkeit (Vertical Replenishment).
Angeblich war die Arbeit im Zusammenhang mit dem Hangar zudem bei der Besatzung äußerst unbeliebt. Zur letztmöglichen Nahabwehr von gegnerischen Lenkwaffen , die bereits alle übrigen , äußeren Barrieren überwunden haben,

verwendet man schließlich noch ein Sperrfeuer mit 20 mm Hartkerngeschossen, die vollautomatisch mit einer Rate von etwa 50 Schuss / Sekunde von zwei , beidseits des vorderen Deckshaus aufgestellten Phalanx – Gatlingkanonen Mk- 15 verschossen werden können . Zwei gepanzerte Vierfachstarter Mk- 143 für Tomahawk – Marschflugkörper ersetzt (Reichweite 1200 km), die den Schiffen neben den beiden 12,7 cm Einzeltürmen jetzt auch noch eine effektive, weitreichende Angriffskapazität gegen Landziele verleihen. So wurde von VIRGINIA und MISSISSIPPI während „Dessert Storm“ einige Tomahawk gegen Irak abgefeuert. Was auf früheren Kriegsschiffen die Kaliber waren, ist auf den modernen Einheiten die Elektronik. Die auch einen erheblichen Teil der schiffinternen Maschinen – PS beansprucht. Auf den Virginias sind alle Systeme zu finden, die auf modernen amerikanischen Einheiten üblich sind. Das Spektrum reicht von der Luftraumüberwachung mit großen Radargeräten über Feuerleitanlagen für Kanonen und Lenkwaffen bis zu den verschiedenen Sensoren zur elektronischen Erfassung oder Verwirrung der gegnerischen Aufklärung. Die zweischraubige Antriebsanlage stützt sich auf zwei Getriebe – Dampfturbinen von insgesamt 70 000 PS, die ihren Dampf von zwei General Electric Druckwasserreaktoren D2G beziehen. Damit erreicht TEXAS eine maximale Geschwindigkeit von über 30 kn. Bei normalem Betriebszyklus reicht eine Brennstoffladung Hochangereicherten Urans für 15 bis 20 Jahre, die Fahrstrecke „pro Tankfüllung“ ist also nahezu unbegrenzt, worin neben dem gegenüber konventionellen Antriebsanlagen geringeren Gesamtvolumen (Wegfall der Bunkertanks) und der Abgasfreiheit (Infrarotdetektion) der Vorteil dieser Antriebsart liegt; ihr Nachteil ist vor allem im sehr höheren Preis und in mit der Atomkraft verbundenen politischen Problemen zu sehen (Fahr- und Hafenerlaubnis in nicht US- amerikanischen Hoheitsgewässern).
Die Besatzung besteht im Normalfall aus 48 Offizieren und 533 Mannschaftsgraden, die auf einen den Schiffen nachgerühmte, großzügige Unterbringung zählen können. Drei der vier CGN dieser Klasse wurden bereits außer Dienst gestellt, so Texas Mitte 1993, Virginia Anfang 1994 und Mississippi Mitte 1996. Arkansas erfährt noch eine Gnadenfrist, bis ihre Uranladungen etwa 1997 aufgebraucht sein werden.

 

Um einen Teil der Entsorgung einzufahren, ging die Navy einen interessanten Weg: Die von jeglichen Aufbauten befreiten Schiffskörper wurden noch nicht verschrottet, sondern sie sind als Kraftwerke weiter tätig, so Texas und Virginia in Bremerton.
Alle vier CGN durchliefen die sehr teuren NTU- Kampfwertsteigerung (NTU = New Threat Upgrade) noch vor einigen Jahren .Dies war verbunden mit der Umrüstung von Standard – FK SM-1 auf SM- 2 sowie mit dem Einbau verbesserter Radaranlagen und anderer elektronischer Installationen.


Das Modell

Der Bauplan dieses Modells ist im Maßstab 1:200

Das Modell ist überwiegend aus Balsaholz aufgebaut, der Rumpf in Schichtbauweise und die Aufbauten mit Balsaholzplatten von 1,5 mm Stärke. Auf dem Grundgerüst aus 2,5 mm Sperrholz mit den beiden Hauptspanten (Schotts), die das Mittelsegment bilden, aus 10 mm Sperrholz, werden Bug und Heckteil in Schichtbau ausgeführt. Der Seitenwahndung des Mittelsegments besteht ebenfalls aus Balsa. Der Bug wurde mit einem Alu – Kiel bewährt und kann so in der Wasserlinie auf „Messerscharfe“ Form gebracht werden. Was im Fahrbetrieb bei ruhigem Wasser zu schönen Wellenbild führt. Der hintere Spannt des Spantenbaumittelteils wurde voll belassen, wodurch der Rumpf in zwei gegeneinander wasserdichte Segmente unterteilt wird. Bei einem möglichen „Wassereinbruch“ z . B . in der Wellenanlage, läuft nur der Maschinenraum voll, wo sich neben den Motoren nur noch die Rudermaschine und die Regler befinden. Zur empfindlicheren Elektronik und den Batterien, die im vorderen Segment untergebracht sind, kann das Wasser dagegen kaum vordringen. Der durchgehende, einstöckige Unterbau unter den beiden Deckshäuser ist fest mit dem Rumpf verklebt, die durchgehende Rumpföffnung befindet sich im Unterbaudach aus 2 mm Sperrholz und gibt damit die mittleren 2/4 des Rumpfes frei. Die beiden Deckshäuser sind aus leichtem Schachtelbau aus 1,5 mm Balsaholz hergestellt worden. Auch die beiden pyramidenförmigen Masten wurden aus diesem Material gebaut. Eine Reihe von Podesten aus Sperrholz und Kapellschächten Balsaleisten, mit Kartonstegen beklebt, lockern die glatten Flächen der Aufbauten auf. Die Zugänge zu den verschiedenen Abteillungen der Deckshäuser sind alle geschlossen dargestellt. Die Darstellung der Türen aus 0,7 mm starkem Sperrholz, wurde durch das Anbringen von zwei Türangeln aus dünnen Messing verfeinert.

Wie man an den Bildern erkennen kann, wurde das Texasmodell mit einer Grundierung komplett lackiert. Die aufwendige Spachtelarbeit, am Rumpf, wurde anschließend durchgeführt. Um eine Korrektur – Spachtelarbeit zu erkennen, habe ich das Modell leicht mit schwarzer Farbe angenebelt. Nach erfolgreicher Nacharbeit, steht der eigentliche Farbauftrag nichts im Wege.

 


Bau der Bewaffnung am Modell

Accessoires: Jedes Schiffsmodell lebt von den Accessoires, hier also von der Bewaffnung mit Kanonen, Raketenstartern usw. Bei modernen Kriegsschiffen vor allem aber von der Mannigfaltigkeit der elektronischen Ausrüstung mit den unterschiedlichsten Leitgeräten, Radarantennen, elektronischen Sensoren usw.

Da ist zunächst die Rohrbewaffnung mit den 12,7 cm / L 54 Einzeltürmen und den Phalanx – Anlagen auf Podesten beidseits des vorderen Deckhauses. Um die Rohre schwenkbar gestalten zu können, sind die Körper der beiden Einzeltürme in Vertikal – Schichtbauweise, 5 Schichten, aufgebaut. Das Rohr, Messingrohr 2 mm und 3 mm, steckt jeweils in einer Rohrwiege aus 5 mm Rundholz, die sich in entsprechenden Bohrungen in der 2. und 4. Schicht drehen kann. Die abgerundeten Turmkörper wurden schließlich auf ein Pivot (Rundholzscheibe) geklebt und mit einer Achse aus MS 3 mm versehen. Der modellmässige Nachbau der beiden Phalanx mit ihren Ringen aus 6 Gatlingrohren, nachgebildet aus sechs 0,2 mm Stahldrahtstückchen, kostete wegen ihrer geringen Abmessungen schon einige Zeit und Geduld. Klein sind auch die beiden Drillingssätze Mk- 32 zum Verfeuern von U- Boot – Abwehr – Leichtgewichttorpedos. Basis der Modelle ist jeweils ein Dreierpack von 3 mm Rundholzstückchen, das mit dem Pivot aus Rundholz verklebt wurde. Deren hintere Verschlüsse sind abgerundet, die vorderen plan ausgeführt. Einige Schaltkästen auf jedem der drei Rohre eines Torpedostarters vervollständigen das Modell, das jeweils fest an seiner Position angeklebt ist.

Raketenstarter: Die Arme der beiden Lenkwaffenstarter aus Sperrholz können manuell geschwenkt werden und sitzen dazu auf einer Achse aus 3 mm Rundholz  schwergängig im Kopf der Starterkörpers. Der Starterkörper selbst, oben Vierkant unten Rundholz, steht drehbar Messingdraht auf einem Podest, dem auch die Nachladeklappen aus Karton, mit Kartonschahnieren modelliert sind. Die Starter sind mit Luftabwehrraketen armiert, die aus 2 mm Rundholz, Zahnstocher eignen sich dafür sehr gut, und Kartonstreifen als Leitwerk gefertigt wurden. Nach dem Anstrich wurden sie fest an die Starterarme angeklebt. Die beiden vor der Brücke postierten Vierfachstarter für Harpoon-Lenkwaffen wurden aus 3 mm Sperrholzschnitzeln und Rundholz  für die Startkanister modelliert. Sie sind, wie beim Original starr nach beiden Seiten ausgerichtet.

Mk-26 Starter

Harpoon Lenkwaffe


Radar, Sensoren und Leitgeräte

Antennen, Sensoren und Leitgeräte sind wegen der dort größeren „Sichtweite“ meist in den oberen Regionen der Aufbauten sowie auf Mastrahen zu finden und können, wenn sie nicht aus leichtem Material gebaut sind, die Schwimmstabilität des Modells empfindlich beeinträchtigen. Die vordere „Mastpyramide“ trägt auf ihrer oberen Plattform die Antenne des 3D- Radars SPS- 48, eine erste Mastrahe und eine zweistufigen Röhrenmast aus Messingrohr 3 mm und 2 mm auf einer weiteren Mastrahe. Auf einem Podest des Röhrenmastes ist das Navigationsradar SPS- 55 aus Sperrholzschnitz 1,5 mm auf Stahldrahtpivot. Die beiden Rahen  aus Sperrholz, beim größeren Original aus Kunststoff, bieten genügend Platz für die Aufstellung einer Reihe von Sensoren wie z. B. zwei 5 x 3 mm große Windmesser, Sperrholz in Flugzeugrumpfform mit Propellerattrappe aus Stahldraht, verschieden geformte Antennen, Stahldraht und ECCM- Töpfe (Rundholz); auch die LED der Bordnetzkontrolle (grün Steuerbord, rot backbord) sind hier angebracht. Die Rahen sind für Wartungszwecke an den Sensoren mit Reling gesichert. Sie sollten auch auf dem Modell nicht fehlen, 5 mm Streifenreling von Aeronautprogramm, da sie den optischen Eindruck elektronisch stark bestückter Masten enorm verbessern. Der obere Teil des Rohrmastes wird gekrönt von einer scheibenförmigen Flugzeug- Navigationsantennen aus Rundholzscheibe. Eine Reihe von plattenförmigen Antenne des Datenlinks, Kartonstreifen auf das Rohr aufgeklebt, und eine ringförmige Antenne (Rundholz 10 mm) vervollständigen diesen Mastabschnitt. Der AN- SPS- 48 – Schirm selbst besteht aus 2 mm Sperrholz, einem Fuß aus 4 mm Rundholz, der so bearbeitet wurde, das der Schirm seine Schräge Stellung bekommt. Anschließend habe ich mit einem hauchfeinen Fliegengitter aus Edelstahl den vorderen Teil mit Sekundenkleber befestigt. Einen Leistenrest mit Kartonstreifen für den IFF- Balken an der oberen Schirmkante (Indefikation Freund – Feind), wurde angebracht. Der AN – SP- 48 – Schirm sah recht ordentlich aus, aber wie sieht die Rückseite aus?
Laut Bauplan wurde die Rückseite mit Kartonstreifen beklebt. Damit gab ich mich nicht zufrieden. Also wurden erst einmal alle Bücher durchschaut. In dem Buch „Die Atomkreuzer der U.S. Navy“, von Wilhelm M. Donko, Seite 79 war eine gute Abbildung.
Erst einmal ein Blatt Papier zur Hand genommen und eine Zeichnung erstellt.

Zeichnung

Und hier das Ergebnis im Modell AN-SPS-48 Radar

Als die Zeichnung fertig war, verglich ich nochmals die Bilder aus dem Buch, OK.
Die Gitter – Konstruktion wurde aus 1mm Messingdraht erstellt und mit Sekundenkleber befestigt. Anschließend wurde der Schirm mit einer Grundierfarbe gespritzt. Es musste darauf geachtet werden, dass die feine Gitter – Konstruktion nicht mit der Farbe zu Lackiert wurde und die Konturen gut zu sehen waren. Jetzt sieht der Schirm mit der Grundierfarbe recht gut aus. Der Bau von dem AN – SPS- 48 – Schirm, bis zu seiner Fertigstellung, hat ca. 8. Std. gedauert. Der Schirm wurde drehbar auf dem Podest montiert und wird über einen 0,8 mm dicken Stahldraht nach unten geführt und mittels Mini – Getriebemotor direkt angetrieben.

Bild von den vielen Sensoren u. Radar am Modell

Erstellen eines Bugsonar

Der Bugsonar SQS- 53 A ist im Bauplan nicht Original eingezeichnet. Nachdem der Schiffsrumpf fertig gestellt war, gab ich mich nicht zufrieden, da es nicht dem Original Sonar entsprach. Ich werden erst einmal alle U.S. Navy – Bücher, die ich habe, durchgewälzt. In einem Buch „The Ships and Aircraft of the U.S. Fleet“ von Norman Polmar fahnde ich eine Abbildung von diesem Bugsonar. Auf Seite 115 war die CG- 48 YORKTOWN abgebildet, im Trockendock, bei der Litton / Ingalls Schiffswerft. Das Bugsonar war gut zu sehen.
Wie kann ich im Maßstab 1:200 dieses Sonar nachbauen?

Links die Vorlage, mitte u. rechts das Ergebnis

Die rettende Idee kam. Auf dem Modellbaumarkt gib es den Cruiser CG-49 VINCENNES im Maßstab 1:350. Also nichts wie in den Modellbau – Laden und dieses Schiff besorgen. Als ich nach Hause kam, wurde das Modell begutachtet und verglichen mit den Bildern im Buch. Volltreffer, Bugsonar stimmte überein. Das Sonar wurde in 4 Teile mit dem Bleistift eingezeichnet. Eine Negativschablone aus Karton hergestellt. Die Seitenansicht und die Draufsicht eingezeichnet, auf einem Blatt Papier, danach wurde alles vergrößert im Maßstab 1:200, auf dem Kopierer. Anschließend mit der Schere ausgeschnitten. Ein Balsaklotz von 2 x 1cm stärke wurde aufeinander geleimt, danach die Seiten- und Draufsicht aufgezeichnet und mit der Dekupiersäge ausgesägt. Mit den Negativschablonen schliff ich dann die Konturen nach. Das Revell-Modell und die Bilder aus dem Buch waren, wehrend der Herstellung des Bugsonars, immer dabei. Es musste immer wieder verglichen werden. Als das Sonar soweit fertig war, hielt ich es an meinem Modell TEXAS hin und verglich es wieder mit meinen Vorlagen, es stimmte.
Das Sonar wurde mit Holzleim am Bug befestigt. Bevor der Holzleim anzieht, wurde nochmals verglichen mit den Vorlagen. Toll, die TEXAS sieht im Trockendock mit neu erstelltem Sonar recht gut aus.


Fahrverhalten

Nach 3. Jahren Bauzeit, man hat ja nicht jeden Tag zeit, fiebert man den ersten Fahrversuch entgegen. Vorher wurde es noch in der Badewanne getrimmt.

Buh, ganz schön aufwendig, nach 1 ½ Std. hatte ich das Modell soweit.
Der Tiefgang wurde erhöht, das Modell liegt ein wenig über dem Wasserpass von 5mm.
Im Juli 1997 war es dann soweit. Am nächsten Tag ging es an den See. Ich hätte es mir denken können, kaum am See angekommen, schon ging ein starker Wind.
Mal sehen ob es klappt mit der TEXAS. Erst einmal ins Wasser mit dem Modell und abwarten auf einen ruhigen Seegang.
Nach einigen Minuten war ein ruhiger See vor mir, und mit voller – Kraft – voraus zur Testfahrt. Toll, ein schönes Wellenbild.
Ein „Orkanmodell“ ist die TEXAS nicht, dazu ist sie zu klein.
Die Modellgeschwindigkeit entspricht der maßstäblichen 1,2 m / sek.), d. h. etwa 1,5 Bootslängen pro Sekunde. Die Kapazität der Fahrbatterie verspricht einen Fahrspaß von rund ½ Std., wenn nicht ausschließlich volle – Kraft – voraus gefahren wird. Die rote LED leuchtet und mit den Kraftreserven des Modells geht es zu Ende. Kurs „Heimathafen“. Ich war zu frieden, Zuschauer waren auch dabei und sie haben nicht schlecht gestaunt. So ein Modell sieht man im Ostalbkreis recht selten.

 

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